Die Einführung der Betriebskostenbeteiligung für Sportstätten in Halle (Saale) ab dem 01.07.2026 wird die Sportlandschaft nachhaltig verändern.
Als movePROsport e.V. möchten wir dieses Thema bewusst sachlich und differenziert betrachten.
Grundsätzlich sind wir nicht gegen eine Beteiligung von Vereinen an Betriebskosten. Gut erhaltene Sportstätten kosten Geld und Vereine erhalten dafür selbstverständlich auch einen Gegenwert.
Die Herausforderung liegt jedoch insbesondere bei kleinen und ehrenamtlich geführten Vereinen.
Für movePROsport e.V. bedeutet die neue Regelung:
• 2026 (ab Juli): ca. 360€ zusätzliche Belastung
• ab 2027: ca. 1040€ zusätzliche Kosten pro Jahr
Zusätzlich zu bereits bestehenden Kosten für:
• Übungsleiterpauschalen
• Verbandsgebühren
• Trainingsmaterialien
• Weiterbildungen
• Sportbekleidung
• organisatorische Vereinsarbeit
kommt nun ein weiterer wirtschaftlicher Faktor hinzu, der bei jedem Sportangebot berücksichtigt werden muss. Wirtschaftlich können wir diese Kosten aktuell noch tragen. Die eigentliche Veränderung betrifft jedoch die Entwicklung neuer Angebote. Bislang konnten wir Sportangebote zunächst testen, ohne von Beginn an hohe wirtschaftliche Risiken einzugehen. Genau dadurch konnten Präventions- und Nischenangebote entstehen, die es in der Region zuvor kaum gab.
Dazu gehören unter anderem:
• Bewegungskids
• Mental aufmuskeln
• Haltung & Bewegung
• funktionelles Training
• regionale Präventionsangebote
Gerade solche Angebote werden künftig deutlich schwieriger umzusetzen sein. Denn jede zusätzliche Sportstätte verursacht unmittelbar laufende Kosten — unabhängig davon, ob sich ein neues Angebot langfristig etabliert.
Besonders betroffen sind:
• Kinderpräventionskurse
• zeitlich begrenzte Präventionsangebote
• kleine Gruppenangebote
• regionale Kurskonzepte außerhalb großer Sportzentren
Ein konkretes Beispiel:
Unsere Kinderpräventionskurse „Bewegungskids“ funktionieren aktuell in Kooperation mit Schulen und Horten, da die Kurse gezielt in Betreuungszeiten integriert werden können.
Durch die neue Betriebskostenbeteiligung wird es künftig wirtschaftlich deutlich schwieriger, solche Kurse in kleineren Regionen dauerhaft anzubieten.
Die Konsequenz könnte sein:
• höhere Kursgebühren
• Mindestteilnehmerzahlen
• weniger neue Angebote
• oder das vollständige Wegfallen einzelner Präventionsangebote
Und genau das betrifft am Ende nicht nur Vereine — sondern insbesondere Kinder, Familien und Menschen, die auf wohnortnahe Bewegungsangebote angewiesen sind.
Die kommenden Vorstandssitzungen werden zeigen, welche Lösungen möglich sind.
Unser Ziel bleibt dennoch klar:
Wir möchten weiterhin innovative Sport- und Präventionsangebote in der Region erhalten und Menschen Zugang zu Bewegung ermöglichen, die andernfalls oft keine passenden Angebote finden würden.
Euer Vorstand
